*** HELLO - GRÃœEZI - MABUHAY ***

Nur fliegen ist schöner!

BikeWIE ES DAMALS BEGANN.........

Während meiner Lehrzeit von 1958 bis 1962 legte ich den Arbeitsweg vorwiegend per Velo zurück. Es war eine ganz hübsche Strecke, welche ich pro Tag viermal zurücklegte und meine Oberschenkel waren damals wirklich 'in Form'. Nach der Lehre begannen sich verschiedene Kollegen zu motorisieren. So rauschte einer plötzlich mit einem Vespa-Roller an und erregte damit natürlich viel Auf- und Ansehen! Das weckte nun auch mein Interesse, denn mit einem Motor wäre der Arbeitsweg doch ein 'Klacks'. Also in die Zeitung geschaut und nach einem fahrbaren Untersatz Ausschau gehalten. Tatsächlich gab es da eine alte 125-er Lambretta (Innocenti), welche wir später dann nur noch 'Lahme Berta' nannten. Diese war dann auch mit dem mageren Lohn gerade noch zu bezahlen. Die 'Lahme Berta' sah etwa so aus:

Lambretta

Natürlich war mein Roller ohne rote GT-Streifen und in einem ziemlich tristen Alltags-Grau gehalten. Zuerst war jedoch die theoretische Verkehrsprüfung fällig. Diese absolvierte ich gleich 2mal hintereinander, weil es 'so interessant' war. Bei meinen ersten Fahrversuchen, half mir dann mein Vespa-Freund, welcher ja schon einige Erfahrung hatte. Das lange, intensive Velofahren kam mir jetzt zugute und im Verkehr kannte ich mich auch schon aus.

Am 13. August 1963 durfte ich dann zur praktischen Fahrprüfung antreten, welche ich auf Anhieb bestand. Eine zweite Blösse konnte ich mir natürlich nicht geben. Der Prüfungsexperte fungierte damals noch als Sozius und wenn man an der Prüfung mit einem 80Kg-Mann hinten drauf mit der 125-er an der steilsten Strasse in Zürich anfahren musste, konnte man nachher gleich die Kupplung ersetzen! Aber dann immerhin....nach 200m Kupplung schleifen lassen hatte ich es endlich geschafft und die 'Lahme Berta' keuchte rauchend den Berg hinauf. Nun hatte ich also meinen Brief und ich durfte ohne L am Hintern fahren!

 

VOM ROLLER ZUM MOTORRAD

Mein 'Traum-Töff' war übrigens damals eine 125-er Gilera. Aber wie es der Zufall so wollte...betrieb mein Onkel damals eine Tankstelle und eines Tages als ich meinen 2-Takt-Spritvorrat wieder ergänzen musste, zeigte er mir in seiner Garage eine 125-er Ducati Sport, allerdings in Blau/Gelb metallisé:

Ducati

Ich war begeistert und obwohl die Maschine meine damaligen finanziellen Mittel fast sprengte, stieg ich auf die Ducati um. Ich musste jeweils Dienstag-Abends nach Baden in die TV-Schule, da dies während meiner Lehrzeit noch nicht im Programm war. Meine Jungfernfahrt mit der Ducati wurde dann auch zu einer wahren 'Höllenfahrt'. Es regnete was das Zeug hielt und während ich mit der Lambretta noch einigermassen geschützt und trocken war, spritze mich die Ducati gnadenlos nass,

Die Lambretta war ein 2-Takter mit Handschaltung und plötzlich sollte ich mit dem rechten Fuss schalten und links bremsen! Ich weiss nicht mehr, wie oft der 4-Takt-Motor aufheulte und ich mich verschaltete. Völlig durchnässt und 'ge-motor-rädert' kam ich in Baden an und die Klassenkameraden schauten mich an, als wäre ich gerade auf dem Mond gelandet. Irgendwie überstand ich den Abend dann doch und auch die Heimfahrt wurde ein wenige besser.

Auf jeden Fall hatte ich zunächst gar keine Freude an dieser Maschine und ich musste mich zuerst wirklich daran gewöhnen. Ich hatte das Gefühl, ich müsste nochmals fahren lernen. Aber dann ging die Post wirklich ab, bis zu 120Km/h und ich hatte echten Fun mit der Maschine. Ich war jetzt Ducati-Fan! Mein Vespa-Kollege war jetzt natürlich etwas neidisch und eines Tages lieh er sich die Maschine für einen Trip nach Hamburg aus. Allerdings fuhr er auf der Autobahn solange mit Vollgas, bis der Kolben hinüber war. Ich durfte dann bei Luigi Taveri in Horgen einen neuen Kolben erstehen und nach Deutschland senden. Ja, ja, die Kosten hat er natürlich übernommen! :-)

Auch eine Ferien-Reise ins Tessin mit Zelt und Sozia schaffte die Ducati gerade noch. Bei der Rückreise habe ich es dann nach Bellinzona geschafft, in einer Kurve vor einer Brücke zu bremsen. Es lag da auch etws Split auf der Strasse und gleich auch wir zwei. Das Gepäck flog die Uferböschung hinunter und die Ducati schlug mit dem Hinterrad gegen den Brückenpfeiler. Das war dann das jähe Ende der Ferien! Zum Glück ist uns nichts weiter passiert. Also Gepäck zusammengesucht und das Motorrad inspiziert, aber da war nichts mehr zu machen. Das Hinterrad hatte seltsame Formen angenommen und einige Speichen fehlten. Ergo, Motorrad zurück schieben nach Bellinzona und mit der SBB nach Hause.

Im Zuge der Reparatur wollte ich die Ducati dann auch Umspritzen und ich zerlegte sie total! Es blieb allerdings beim wollen und es wurden andere Dinge wichtig, wie z.B. Heirat, Einrichtung der Wohnung etc. Es folgte dann noch eine kurze Episode mit einer 175-Lambretta Sport und die Ducati dümpelte und rostete vor sich hin. Ein Arbeitskollege hat die Teile dann mal zur Revision abgeholt. Das Resultat habe ich allerdings nie gesehen.

Es folgte dann eine lange, lange Zeit der Motorrad-Abstinenz, abgesehen von einigen Ausritten während der Militärdienste wo ich mir ganz gerne und so oft ich konnte, eine A-580 unterschob! Ferner musste es ja dann auch bald ein Auto sein und das war ein alter Peugot 206 mit etwa 140'000Km und das Motorradfahren fiel in einen langen Dornröschenschlaf.

 

40 lange Jahre Motorrad-Pause............!

 

DER WIEDEREINSTIEG

Machen wir jetzt einen Sprung in die Gegenwart, ins Jahr 2006! Mein inzwischen 25-jähriger Sohn verkündete plötzlich, er werde sich ein Motorrad anschaffen und zwar eine Kawasaki ZX-6 mit über 100PS. Bislang ist er aber auch nur Velo gefahren!! Dann kam er plötzlich mit Motorrad-Zeitschriften an und das interessierte nun auch mich. Ich hatte inzwischen über 40 Jahre Motorrad-Geschichte und - Entwicklung verpasst und war inzwischen pensioniert. Aber jeden Sommer juckte es mich bei schönem Wetter, wieder mal zu fahren.

In einer Zeitschrift zog mich ganz unvermittelt eine Honda Shadow 125 in ihren Bann. Ein wirklich schönes Teil! Da ich gerade meinen alten VW-Golf für CHF 700.-- verkauft hatte und noch einen Hagelschaden von CHF 1500.-- ausbezahlt erhielt, rückte nun plötzlich wieder ein Töff in den Bereich des Möglichen. Meine Frau Lucy war entsetzt und murmelte etwas von 'altem Esel' und 'Pensioniert', 'Spinnt total..' und solche Dinge.... Aber es half alles nichts, der Virus hatte mich wieder voll gepackt und schliesslich ersteigerte ich für CHF 2500.-- bei Ricardo eine Yamaha Virago XV125. Eine wunderschöne Maschine, Jahrgang 2001 und nur 3990Km., chromglänzend und mit einem satten 4-Takt-Sound.

 

Natürlich war ich am Anfang noch etwas unsicher auf dem Bock. Ausserdem fährt und sitzt es sich auf einem Chopper eben völlig anders als auf einer Sport- oder Tourenmaschine. Aber nach 2 bis 300Km Fahrpaxis ging es dann wieder und plötzlich wird man auf der Strasse von anderen Bikern freundlich gegrüsst. Eine völlig neue und nette Erfahrung.

Nun benutzte ich jeden sonnigen Tag im September für einen kleinen Ausritt. Allerdings meldete sich jetzt mein Rücken, d.h. nach jeder Fahrt hatte ich arge Kreuzschmerzen. Das liegt natürlich nicht am Töff, sondern an meiner Sitzposition. Ich tendiere ohnehin zu einer schlechten Haltung, was mir auch schon vorher und ohne Motorrad schon zu Kreuzschmerzen verhalf. Dazu kam auch eine längere Zeit mit zuwenig Bewegung, sprich: vor dem Computer und TV hocken und liegen.

Mir dämmerte, dass ein Chopper für mich wohl nicht die erste Wahl sei und ich eher einen Tourer haben müsste, bei welchem ich mit geradem Rücken sitze konnte. Also das Internet durchforsten nach einem andern Bock. Ich wollte eine Maschine, welche ich noch 'im Griff' habe und etwas mehr Leistung durfte es auch sein. Ich habe immer noch die Hoffnung, meine liebe Frau Lucy als Sozia zu gewinnen. Auf einer Harley war es ihr schon ganz wohl gewesen!

Ich musste aber feststellen, dass es die 250-er und 350-er Maschinen inzwischen gar nicht mehr gab, die sind einfach alle vom Markt verschwunden! Ich wollte ja nicht sooo viele PS, sondern nur ein paar mehr als die 11PS meiner schönen Yamaha.

 

DAS NEUE (ALTE) MOTORRAD

Im Laufe der Recherche sass ich dann mal auf einer Honda CB 500. Probefahren wollte ich die gar nicht, denn sie schien mir zu schwer und zu massig. Dies obwohl diese Maschine als 'Anfänger-Motorrad' gilt. Früher waren dies die Roller, Mopeds und 125-er. Am Liebsten hätte ich eine alte 250-er oder 350-er gefahren. Aber wenn ich die Daten verglich, dann zeigt sich, dass die auch nur gerade ein paar PS mehr haben, wenn überhaupt. Aber wie gesagt, die Limite lag für mich bei max. 50PS.

Nun, wie es der Zufall so wollte, durchforstete ich wieder mal das Internet und da sah ich sie, eine Honda VT 500E aus dem Jahre 1983, (also fast gleich alt wie mein Sohn) war in der Auktion! Nach dem Bild zu urteilen in sehr gutem Zustand und mit nur 37'500km, 2-Zylinder wassergekühlt, 50PS-Version, Kardanantrieb. Der Preis war angesetzt auf CHF 1400.--, ein Schnäppchen! Also nichts wie hin, ansehen und Probfahren! Um es kurz zu machen: Es hat alles gepasst! Grösse, Gewicht, Leistung, Form und Zustand. Bei der Probefahrt zeigte sich allerdings, dass ich nochmals fahren lernen muss beim Aufstieg in die Moto-GP-Klasse! Der Anzug ist einfach 'sagenhaft' und der Sound ist noch der Sound der 80-Jahre. Zum Glück war ich der Einzige, welcher bei der Auktion geboten hat und ich bekam den Töff zum Einstandspreis. Hier ist sie nun, meine neue 'Alte':

 

Nun bin ich also im hohen Alter doch noch in die 'GP-Klasse' aufgestiegen. Jetzt bin ich mal sehr gespannt auf meine weiteren Erfahrungen und wie lange ich mich diesem Hobby noch widmen werde.

 

 

 

 

DIE (doch noch) SOZIA

Nun hatte ich also bereits schon über 3000km herunter gespult auf der VT500 und die Maschine lag mir wirklich gut. Immer öfter war ich damit unterwegs soweit das Wetter dies erlaubte. Eines Tages fragte ich meine Frau, ob sie nicht Lust hätte, mal mitzureiten. Sie hatte! Allerdings hatte Sie dies auf der Virago noch abgelehnt!

Sie borgte sich also von einer Kollegin Helm und Jacke aus und dann ging es auf die erste Fahrt mit Sozia! Meine Frau war begeistert, obwohl sie doch einige Angst hatte und in der Kurve immer kräftig "Gegensteuer" gab. Am Wochenende ging es dann sofort ab zum Händler für eine komplette "Motorradkluft" mit allem Drum und Dran für meine Sozia. Sie sieht übrigens erstaunlich gut aus in der Motorrad-Rüstung!

Wir machten also einige sehr schöne Ausfahrten zusammen. Allerdings rutschte meine Sozia stets hin und her auf dem relativ schmalen Sattel und ich hatte einige Mühe, korrekt und gerade auf der Strasse zu bleiben. So kam uns die Idee, wir könnten uns ein Motorrad besorgen, welches etwas besser geeignet ist für 2 Personen. Ein Tourentöff musste also her!

 

DER TOURER

Wir schauten uns etwas um im Internet und bei Händlern und schliesslich war klar, es musste eine Honda Deauville sein. Wir wurden dann im Kanton Glarus fündig und nach einer gemeinsamen Probefahrt an den Klöntalersee war die Entscheidung gefallen. Ein sehr gepflegtes Motorrad, wie neu und mit nur 37'500km, ab Service und MFK. Für CHF 4200.-- Occasionspreis bekommt man sehr, sehr viel Motorrad! So sieht nun unsere neue Maschine aus (Prospekt):

Deauville

Es ist ein 1999-er Modell und das Fahrgefühl ist etwa so, wie wenn man von einem VW-Käfer auf einen BMW umsteigt! Allerdings ist die Deauville fast 100kg schwerer als die VT500, bei etwa gleicher Motorleistung und deshalb natürlich nicht so sportlich wie die VT500. Dafür viel ruhiger auf der Strasse, mit guten Bremsen und durch den Windschutz sehr angenehm zu fahren. Nun, wir wollen ja auf die Strasse und nicht auf den Nürburgring und dafür reicht es allemal, obwohl am Berg ein paar PS mehr schon hilfreich wären. (Deauville Forum)

Nur sehr schweren Herzens trennte ich mich nun von der VT500. Hätte ich das Geld nicht für die Deauville gebraucht, hätte ich die VT500 behalten. Ich habe ja sowieso viel Freude an älteren Maschinen! Bei Frauen und frischen Brötchen ist das bei mir allerdings genau umgekehrt!

DAS LETZTE......

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